• Dr. Florian Hugk

Das Anti-Weihnachtsessay: Moralischer Narziss oder der große zampano




Er ist sich selbst nicht deutlich, er verschwimmt sich. Sein Ich ist eine Wohnung, in die er noch nicht eingezogen ist. Gestrichen hat er schon, aber er findet seine Farben immer noch nicht gut genug. Er schiebt und schiebt sich auf. Immer hüpfend, flatternd, flirrend. Man erschrickt schon, wenn er schweigt.

Wenn er etwas möchte von einem, schickt er erst eine Kleinigkeit voraus. Ob man das nicht mal eben machen könne? Ginge doch schnell. Dann schickt er sich auf das Trapez seines Ehrgeizes hinauf, um sich selbst als zuverlässiger Fänger zu bestätigen. Und er fordert ein. Hinten anstellen? Nein. Nicht er.

Er kann sich nicht satt empfinden an dem Gefühl, dass er über alle Maßen im Recht sei. Er ist der, der andere nur braucht, um sich selber zu genießen. Diese eisige Freundlichkeit überkommt ihn schnell, der es nicht darauf ankommt glaubwürdig zu sein. Wahrscheinlich hat er sich sein Leben lang bemüht seine Lieblingsmaske zu seinem Gesicht werden zu lassen. Versprechungen sind an der Tagesordnung, ja. Aber nur, damit man nicht die Motivation verliert. Einlösen wird er diese Versprechungen nie und dehnt seinen Begriff von Moral bis er seufzt!

Klar, er wird in der Vergangenheit versäumt haben, deshalb begehrt er jetzt auf. Das schlechte Gewissen treibt ihn. Seine Eindeutigkeit des Verschwiegenen im Gesagten, die merkt er nicht. Oder er unterschätzt seinen Gegenüber. Nein! Das scheint ihm gleichgültig zu sein, weil nur sein Weg der richtige ist. Seine Entblößung durch nichts als Verbergung, die spürt er nicht.

Wenn er einmal merkt, dass es so nicht weitergeht oder er nicht vorankommt mit einem, schüttelt er die Mitleidskarte wie selbstverständlich aus dem Ärmel. Wenn er sich jetzt um all das kümmern müsste, bekäme er Probleme mit seiner Frau. So trumpft er auf, der große Saubermann. Er würde seine Kinder verleugnen.

Sobald Kritik aufkommt, biegt er sich seinen Begriff von Wahrheit so zurecht, dass er dafür noch Zuwendung und Anerkennung erhält. Nur so kann er seinen eigenen Willen durchsetzen. Er hat von sich ein grandioses Verständnis der eigenen Wichtigkeit. Mann, wie toll Du bist! Und was Du immer erreichst. Vor allem was Du immer machst. Das schaffen andere ja gar nicht.


Das ist die Nahrung des Narzissten.


Und einen Anspruch hat er. Er erwartet immer, dass man wie selbstverständlich auf all seine Erwartungen eingeht oder dass man ihn besonders günstig und zuvorkommend behandelt. Wenn man nur darf!

Wegen seines geringen Einfühlungsvermögens verhält er sich anderen gegenüber oft so, wie er selbst nicht behandelt werden möchte: Er beutet andere aus, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Und dabei denkt er noch, er würde etwas Gutes tun.



Frohe Weihnachten Euch allen! Schlagt lieber mit Worten eine Brücke, auf der man sich treffen kann, um sich die Hand zu reichen!

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